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Teil 2

Als ich Nachmittags nach Hause kam sah ich eine Zettel auf dem Küchentisch liegen, ich konnte es mir schon denken, Mama hatte mal wieder keine Zeit und ich sollte meine kleine Schwester Lollo abholen. Eigentlich heißt sie ja Leona, doch so nannte meine Mutter sie nur wenn sie wütend war.  Auf jeden Fall hatte ich richtig gedacht, ich sollte wirklich meine hochverehrte Schwester abholen, doch unten stand noch das Tina angerufen hätte. Schnell ging zum Telefon und wählte in der veralteten Drehscheibe Tinas Nummer. Meine Mutter hatte leider den Hang zum Antiken und deswegen hatten wir immer noch ein Telefon aus dem 15. Jahrhundert, kurz es war schrecklich alt. Tuut, tuut, endlich ging am anderen Ende der Leitung jemand dran: „Hallo, hier bei Tocip.“, sagte die Putzfrau von Tinas Mutter. „Hallo, hier ist Josephine. Kann ich bitte Tina sprechen?“, fragte ich höflich, denn die Putzfrau war auf dem Höflichkeitstrip. Kurz rief sie nach Tina und diese stürmte dann auch direkt ans Telefon. „Hallo? Josie, bist du es?“, fragte sie mich total freudig. „Klar! Wer denn sonst? Was gibt denn?“, kam ich gleich zur Sache, doch Tina meinte bloß das wir uns im Café treffen sollten. Eine Stunde später kam ich total abgehetzt im Café an, denn ich musste mir doch noch meine Haare waschen, da ich dazu heute morgen ja nicht gekommen bin. „Also, jetzt mach es nicht so spannend was ist los?“, fragte ich Tina noch völlig außer Atem. „Ich hab’ eine wunderbare Idee wie ich bei Frederic landen könnte.“, erzählte sie mir ganz aufgeregt. Denn auf Frederic stand sie schon lange, aber da der auch nicht in unserer Klasse war, hatte sie fast gar keine Chance. „Und die wäre?“, fragte ich sie relativ unbeeindruckt. „Ich lade ihn einfach zu meiner Party ein.“, als sie das sagte hatte ich eine super Idee. „Ich weiß es! Und damit es nicht gleich so super auffällig ist, dass du was von ihm willst, lädst du Jan einfach auch noch ein.“, ich war von meiner Idee begeistert, vielleicht beachtet er mich dann endlich mehr. „Na, ich weiß nicht. Jan ist ein totaler Macho, ich weiß echt nicht was du von dem willst.“, Tina war anscheinend weniger von meiner bombastischen Idee begeistert. Trotzdem, nachdem ich sie ungefähr eine halbe Stunde vollgesülzt habe, gab sie nach und sie lud ihn auch ein. Auf dem Weg nach Hause fiel mir Lollo ein, die hatte ich ja total vergessen. Oh mein Gott das gibt Ärger, also schnell zu ihrer Schule. Doch leider war sie dort nicht mehr, ich sah nur noch den Putzwagen wegfahren. Mit einem Blick auf die Uhr bemerkte ich das es schon zehn nach sechs war. Na da kann Lollo ja gar nicht mehr hier sein. Also, wieder nach Hause. Da hörte ich kurz den Anrufbeantworter ab: „Hallo Schätzchen ich bin es. Lollo ist heute bei einer Freundin, habe ich vergessen. Kann spät werden heute abend“, hörte ich meine Mutter auf der Laberbox. Ich hatte jetzt eine Hälfte meiner Nerven für meine blöde Schwester geopfert, nur weil meine Mutter so schusselig ist. Ich bin total am Ende. Ich bin in der falschen Familie geboren, ich gehöre nicht zu Vergesslichen und peinlichen Leuten die meine Mutter und Schwester seien wollen. Als dann auch noch Cara anrief und mir mitteilte das sie Scharlach hat, war ich völlig am Boden zerstört... Tja, abends tauchte dann meine außerirdische Mutter auf: „Ach mein Liebling, ich hoffe du warst noch nicht auf dem Weg zu Lollo, als ich angerufen habe.“, rief meine Mutter vom Flur aus. „Doch war ich!“, bemerkte ich sauer, denn ich war wirklich nicht sehr gut gelaunt. Schweigend ging ich wieder in mein Zimmer, doch grade als ich mich an den Berg von Hausaufgaben machen wollte, den uns die liebe und gütigen Lehrer aufgegeben hatten, kam mir wieder die Karnevalsparty von Tina in den Sinn und das ich noch gar kein Kostüm hatte. Da aber in meinem Geldbeutel momentan totale Pleite herrschte, musste ich wohl doch meine liebe Mama um Geld für ein Kostüm bitten. Was mir aber gar nicht passte, denn ich war doch sauer auf sie. Doch schon als ich die Tür aufmachte sah ich meine Mutter mit Schürze am Herd stehen und gut gelaunt Spiegeleier braten. „Mama, bist du das?“, fragte ich sie ziemlich ungläubig, denn normaler Weise konnte meine Mum mit Haushalt gar nichts anfangen. „Jaha, ich bin es mein Schätzchen.“, sang sie fröhlich was mich noch stutziger machte. „Ich habe ganz vergessen das in acht Tagen Karneval ist, hast du schon ein Kostüm?“, fragte sie mich zu meiner Erleichterung, denn so musste ich sie nicht fragen. „Nein, aber was interessiert dich das denn?“, sehr gut, so konnte ich ihr immer noch klar machen das ich sauer war. „Weil du deine Verkleidung doch nicht selbst bezahlen musst. Ich denke dreißig Euro reichen oder?“, klärte sie mich auf und drückte mir dreißig Euro in die Hand. Ich ging nur völlig perplex in mein Zimmer und überlegte was wohl in sie gefahren war.
18.7.07 00:08


Teil 1

„Also, Josi, das geht ja überhaupt nicht, du siehst unmöglich aus.“, meinte Cara schon wieder. Cara, dass war meine beste Freundin, furchtbar lieb, aber mit gar nichts zufrieden. So auch jetzt, wir sind momentan nämlich beim Karnevalsschoppen. Doch nach inzwischen fünf Kostümen die ich anprobiert hatte, fand sie immer noch das ich noch besser aussehen könne. Obwohl es schon echt gute waren, zum Beispiel eine Mülltonne oder Marsmensch. „Mein Gott, wir sind jetzt seid mindestens drei Stunden unterwegs, meinst du nicht dass das jetzt endlich reicht?“, fragte ich sie etwas angenervt. „Na gut, aber morgen starten wir ’nen letzten Versuch bei Kaufhof, einverstanden?“, willigte Cara endlich ein. Dann gingen wir noch schnell einen Kakao trinken, denn Cara musste um sechs Uhr zu Hause sein. Als ich mich abends ins Bett legte war ich echt geschafft, ich meine wer macht schon drei Stunden Dauershopping mit? Als ich mich am nächsten Morgen schon mal seelisch auf weiteres Kostüm anprobieren einstellte, rief es aus der Küche das ich verschlafen hätte. Na toll, wie sah ich denn jetzt aus, furchtbar natürlich. Aber meine gnadenlose Mutter ließ mir nicht mal Zeit zum stylen. Nachdem ich dann völlig abgehetzt im Kunstsaal ankam kam gleich die nächste tolle Überraschung, unser ach so lieber Kunst- und Deutschlehrer hatte seinen Morgenkaffee anscheinend nicht bekommen und ich kriegte erst mal die Standpauke des Jahrtausends. „Josephine,“, donnerte er los, „Wenn man zu spät kommt hat man sich zu endschuldigen und ruhig auf seinen Platz zu gehen. Da du das anscheinend nicht kannst, wirst du es lernen. NACHSITZEN!!!“ Bitte alles nur das nicht, der Typ weiß gar nicht was er mir antut. Ich wollte doch heute mit Cara shoppen gehen. Zwar ist Dauershopping nicht dass was ich gerne mache, aber immer noch besser als Nachsitzen. Schweigend setzte ich mich zu Cara. „Du Arme.“, flüsterte sie mitleidsvoll. Aber das nützte mir jetzt auch nicht mehr viel. Den ganzen Kunstunterricht konnte ich mich nicht mehr wirklich auf etwas freuen, denn das hieße dann auch, dass meiner Mutter wieder plötzlich einfallen würde das sie ja meine Erziehungsperson ist. „Na komm, nimm das nicht so schwer. Wenn du willst, mache ich auch irgendeinen Schwachsinn, damit wir zusammen Nachsitzen können.“, schlug Cara mir vor. „Nee du, lass mal.“, lehnte ich danken ab. Denn auf eine Kichererbse, wie Cara, hatte ich nun wirklich keine große Lust. Wie immer war der Kunstunterricht todlangweilig. Na ja, was kann man schon von einem arbeitslosen Möchtegern Bildhauer, der sich jetzt als Lehrer versucht, erwarten? Inzwischen glauben Cara und ich das er einfach nur alleine und verzweifelt ist. Denn welcher halbwegs normal Mensch lässt uns schon einen Sturm aus Strichen malen. Oh pardon, Herr Schweinemast besteht auf zeichnen... In der ersten Pause kam ein Lichtblick in meine furchtbare Zukunft, ich sah Jan wieder. Obwohl ich mich eigentlich nicht darauf freuen sollte, denn Jan konnte mich nicht leiden. Aber das waren eigentlich nur die peinlichen Aktionen meiner Freundinnen schuld. Denn als Vivi und Martha Wind davon bekamen, dass ich in Jan, den Obermacho aus meiner Parallelklasse, verliebt war, hatten die beiden nichts besseres zu tun als mich jede Pause zu ihm hinzuschleppen oder ihn über mich auszufragen. Das kotzt ihn inzwischen natürlich an. Trotzdem ist er furchtbar süß, aber leider hat er in meiner Klasse den Ruf als Macho, obwohl das eigentlich nur wegen der Mädchentraube, die immer hinter ihm herrennt, ist. Tja, als Jan dann endlich auf dem Schulhof auftauchte beachtete er mich überhaupt nicht. Hallo? Bin ich Luft? Anscheinend schon, denn die nächste Pause ging das genauso. Nur das Cara plötzlich roten Ausschlag im Gesicht bekam. Da ich dasselbe schon mal bei Scharlach hatte, verorderte ich sie zum Sekretariat. „Ach Mensch, ich hab’ schon kein Scharlach, da hat man doch Halsschmerzen und die habe ich nicht!“, meckerte sie als ich sie zum Sekretariat zog. „Keine Wiederrede! Du gehst nach Hause, weil wenn du an Karneval flach liegst hast du ein ernsthaftes Problem. Wir wollten doch da zu Tinas Party, oder?“, fragte ich sie, denn ich war wirklich nicht sonderlich davon begeistert, dass ich eventuell alleine zu der Party gehen konnte.
15.7.07 12:24





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